Briefing für einen neuen Webshop – wie ausführlich ist optimal?

Beim Thema, wie ausführlich und tiefgreifend ein Briefing für einen Webshop oder eine Website sein sollte, scheiden sich nicht nur in der digitalen Welt die Geister. Im Internet findet man dutzende Seiten, lange Leitfäden und Tipps und Tricks, die den Firmen helfen sollen, ein Briefing für eine neue Website zu definieren.

In der Tat beinhalten solche Leitfäden wichtige Bestandteile, die früher oder später im Projektprozess behandelt werden müssen. In der Idealvorstellung wäre das Resultat eines solchen Leitfadens auch wünschenswert damit die Firmen, welche im Evaluationsprozess stehen, anhand standardisierter Offerten noch einfacher die Angebote der sich in der Auswahl befindenden Agenturen vergleichen könnten.

Die Frage „Warum“ vor dem „Wie“

Wir stellen bei Briefings immer wieder fest, dass sich Verfasser zu stark mit dem „Wie“ anstelle mit dem „Warum“ auseinandersetzen. Mit diesem Vorgehen werden neue Chancen und neue Ziele im Digitalisierungsprozess gar nicht erst erkannt. In der folgenden Abbildung ist der unternehmerische Digitalisierungsprozess der Arcmedia AG dargestellt. Der Wunsch nach einem Webshop oder nach einer Corporate Site befindet sich schon auf Stufe „Umsetzung“. Wichtige Erkenntnisse, warum aber ein solcher Shop genau gewünscht wird, gewinnt man gemäss unseres Digitalisierungsprozesses jedoch schon in den vorherigen Stufen. Und diese Erkenntnisse haben klar Einfluss auf das Briefing für die Umsetzung.

digitalisierungsprozess

Briefing 2000 vs. Briefing 2016 – vom Prozessbeschrieb zur User Journey

Mein erstes Online-Briefing habe ich im Jahr 2000 als Projektleiter für eine Luzerner Firma geschrieben. Einige Leitfäden oder Tipps und Tricks die man im Internet findet, sind zwar noch recht aktuell, stammen aber zum Teil aus einer Zeit als die zur Verfügung stehenden Technologien und Online-Tools noch nicht so weit entwickelt und standardisiert waren wie heute. Die CMS Systeme TYPO 3 und Drupal gibt es zwar schon seit 1998 bzw. 2001 und wurden seit jeher immer weiterentwickelt, die erste Magento Onlineshop-Software kam aber zum Beispiel erst im März 2008 auf den Markt. Inwiefern das eine Relevanz hat? Ganz einfach: Musste man Anfangs 2000 in einem Briefing oder Pflichtenheft noch einzelne E-Commerce-Prozesse beschreiben, fokussiert man sich heute im Briefing eher auf die Darstellung der sogenannten User-Journeys oder auf die Darstellung einer gewünschten Navigation auf der Website.

Wie solch eine User-Journey aussehen könnte, sehen Sie hier:

userjourney

Fazit: Ein Briefing für eine Corporate Website oder auch für einen E-Commerce Shop ist sicherlich ein Muss, soll aber heute nicht mehr einzelne Prozesse beschreiben. Viel mehr stellt ein Briefing heute die Feststellung einer Ausgangslage dar, damit der Online Dienstleister oder die Webagentur sich ein Bild über den Status-Quo machen kann. Nicht zu vergessen sind aber auch Informationen zum eigenen Unternehmen und zur Marktsituation.

Das Endziel sollte aber immer heissen: „Wir kreieren die in unserer Branche beste Website oder den besten Webshop!“